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Letzten Sommer, beim Baden im Klöntalersee fassten wir den Plan, von nun an bis zu unsere Abreise im Januar, jeden Tag im See eine Runde zu schwimmen. Wir stellten uns vor, wie sich das Baden bei Regen, Sturm und bei Schneefall anfühlt und wie wir im dichten Nebel immer im Kreis schwimmend das Ufer nicht mehr finden. Wir malten uns aus, wie wir bei hohem Schnee mit unseren Gummilatschen das steile Weglein zu unserem Badeplätzlein herunterstolpern und wie wir des Winters vor dem Schwimmen zuerst das Eis aufschlagen.

Anfangs November haben wir unsere letzte Runde gedreht. Bei 8 Grad Wassertemperatur zu schwimmen forderte meinem Körper mehr ab, als ich eigentlich zugeben wollte und nur schnell hereinspringen und wieder raus war nicht in unserem Sinn.

Höhepunkt war während der Hitzeperiode im August die Querung ans gegenüberliegende Ufer und wieder zurück. Einmal Blut geleckt, durchschwammen wir zwei Tage später, an einem Sonntag, an dem das ganze Glarnerland und die Hälfte der Restschweiz die Chlöntalerluft mit gebrötelten Servelats und Sonnencreme schwängerten, den rund fünf Kilometer langen See, der Länge nach.

Geblieben ist auch das heftige Unwetter anfangs Oktober, das den sonst glasklaren See für längere Zeit in eine Brühe verwandelte. Unvergesslich ist auch das Erleben der stetig kälter werdenden Wassertemperatur mit dem Wechsel von erfrischend und erholsam zu kalt und hart. Unvergessen ist die Stille der Abend- und Morgenstunden am See, das glasklare Wasser, das prasseln des Regens auf die Wasseroberfläche, das Farbenspiel des Herbstes und die Verabschiedung der Sonne aus dem engen Tal für die Wintermonate, welche die ersten Frostablagerungen mit sich brachte.


Foehnig

G L A R N E R L A N D

buin

T O U R E N

NEBEL

A K U - A R T

K L Ö N T A L E R S E E